Vergabestatistik

Mit der im Jahr 2016 eingeführten Vergabestatistikverordnung (VergStatVO) wurde die Grundlage für den Aufbau einer allgemeinen bundesweiten elektronischen Vergabestatistik geschaffen. Mit ihrer Umsetzung ist das Statistische Bundesamt (Destatis) beauftragt.

Künftig sollen mit der Vergabestatistik repräsentative Aussagen zum öffentlichen Auftragswesen in Deutschland möglich sein, wie zum Beispiel eine eindeutige Ermittlung des jährlichen Beschaffungsvolumens von Bund, Ländern und Kommunen und dessen Verteilung auf Liefer‑, Dienst- und Bauleistungsaufträge. Eine entsprechende Datenauswertung kann dabei auch zu einer verstärkt strategischen Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung sowie zu einer besseren Einschätzung der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Vergabe öffentlicher Aufträge beitragen. Weiterhin soll die Vergabestatistik künftig das Monitoring für die Europäische Kommission unterstützen.

Seit dem 1. Oktober 2020 müssen Auftraggeber ab einem Auftragswert über 25.000 Euro netto nach Maßgabe der Vergabestatistikverordnung ihre vergebenen Aufträge selbst erfassen und innerhalb von 60 Tagen nach Zuschlagserteilung an Destatis melden. Weitere Informationen zur neuen elektronischen Vergabestatistik finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Zum letzten Mal – Abfrage zur EU-Vergabestatistik nach dem alten Muster gestartet

Für Vergaben, die im Berichtsjahr 2020 bis einschließlich 30. September 2020 bezuschlagt wurden, besteht letztmalig eine Meldepflicht wie in den Jahren zuvor, die durch das Wirtschaftsministerium (MWAE) koordiniert wird.

Alle öffentlichen Auftraggeber sind aufgefordert, entsprechende Meldungen vorzunehmen. Die hierfür benötigten Informationen und Vordrucke werden – jeweils getrennt für öffentliche Auftraggeber und öffentliche Auftraggeber im Bereich Verteidigung und Sicherheit – links im Downloadbereich bereitgestellt.

Dabei handelt es sich um

  • das Aufforderungsschreiben des MWAE,
  • die Allgemeinverfügungen des BMWi,
  • jeweils einen Leitfaden des BMWi zur Information der Vergabestellen,
  • sowie die auszufüllenden Vordrucke im Excel Format.

Wichtig:

Bitte beachten Sie insbesondere die Hinweise, die sich aus dem Aufforderungsschreiben des MWAE bzgl. des Adressaten Ihrer Meldungen ergeben: 

Meldungen zur Vergabestatistik sind an das jeweils zuständige übergeordnete Ressort zu richten, das eine zusammengefasste Meldung erstellt und an das MWAE übersendet. Meldungen im PDF Format können nicht bearbeitet werden!

Sektorenauftraggeber übermitteln gemäß § 7 Absatz 3 bis 5 VergStatVO ihre Meldungen direkt an das BMWi. Sie werden von den für sie zuständigen Stellen hierüber informiert.

Neue elektronische Vergabestatistik seit 1. Oktober 2020

Seit dem 1. Oktober 2020 müssen Auftraggeber ab einem Auftragswert über 25.000 Euro netto nach Maßgabe der Vergabestatistikverordnung ihre vergebenen Aufträge selbst erfassen und innerhalb von 60 Tagen nach Zuschlagserteilung an Destatis melden

Ab Erreichen der EU-Schwellenwerte sind alle Auftraggeber nach § 98 GWB (also öffentliche Auftraggeber, Sektorenauftraggeber und Konzessionsgeber) verpflichtet, die in der VergStatVO festgelegten Daten über die Vergabe öffentlicher Aufträge oder Konzessionen an Destatis zu übermitteln.  

Im Unterschwellenbereich sind Auftraggeber nach § 99 GWB zusätzlich nach Maßgabe von § 2 Abs. 2 VergStatVO verpflichtet, die in der VergStatVO festgelegten Daten zu öffentlichen Aufträgen zu übermitteln, wenn der Auftragswert über 25.000 Euro netto liegt.

Damit entfällt für Auftraggeber zukünftig der Aufwand, den statistischen Berichtspflichten in Form einer papiergebundenen Berichterstattung nachzukommen. Die neue Vergabestatistikverordnung sieht vor, dass zukünftig alle erforderlichen Daten vollelektronisch und soweit möglich automatisch erfasst werden.

Mit dem Start der neuen elektronischen Vergabestatistik sind die Auftraggeber für die statistischen Meldungen an Destatis selbst verantwortlich. Eine Koordinierung und Überprüfung der gemeldeten Daten durch das Wirtschaftsministerium (MWAE) entfällt.

Modul „Vergabestatistik“ im Vergabemarktplatz

Für die Meldung zur Vergabestatistik steht im Vergabemarktplatz für neu angelegte und bereits laufende Projekträume das Modul „Vergabestatistik“ zur Verfügung. Nach Abschluss eines Projektes kann die Meldung zur Vergabestatistik angelegt werden. Soweit bereits Daten aus der Bekanntmachung bzw. aus den Verfahrensangaben vorliegen, erfolgt eine automatische Vorbefüllung der Meldung. Neben der Erstmeldung einer Auftragsvergabe ist auch die Abgabe einer Korrekturmeldung möglich.

Die Meldung sollte sinnvollerweise direkt nach Zuschlagserteilung vorgenommen werden. Sie kann elektronisch direkt aus dem Vergabemarktplatz an Destatis erfolgen.  Insofern wird dringend empfohlen, für die Durchführung von Vergabeverfahren zukünftig grundsätzlich den Vergabemarktplatz zu nutzen. Dies gilt selbstverständlich auch für Vergabeverfahren, die im Bereich der geltenden Wertgrenzen auch ohne öffentlichen Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden können. Anderenfalls muss die Meldung zur Vergabestatistik für jedes Vergabeverfahren vollständig manuell direkt bei Destatis über ein Onlineformular abgegeben werden.

Welche Daten konkret an Destatis zu melden sind, regeln die Anlagen zur VergStatVO.

Voraussetzung für die Nutzung

Für die Meldung muss der Auftraggeber im Vorfeld eine oder mehrere Berichtsstellen festlegen, die sich bereits bei Destatis registriert haben muss. Eine Registrierung ist unter www.vergabestatistik.org/registrierung möglich. Sie ist auch dann erforderlich, wenn die Berichtsstelle bereits ein Meldekonto für IDEV aufgrund von Meldepflichten zu anderen Statistiken hat.

Die Zahl der Berichtsstellen sollte auf das zwingend notwendige Maß beschränkt werden. Es wird daher empfohlen, dass je Institution/ Einrichtung nur 1 Berichtsstelle bestimmt wird, auch wenn mehrere unterschiedliche Bereiche den Vergabemarktplatz für ihre Vergabeverfahren nutzen. Nur so können uneinheitliche Eintragungen oder Doppelmeldungen vermieden werden.   

Vergabemarktplatz-Nutzer, die die Rolle „Mandanten-Administrator“ besitzen, müssen die Berichtseinheit-ID unter dem Menüpunkt „Verwaltung“ – „Mandant“ eigenständig einmalig hinterlegen. Alle Mitarbeiter/innen, die Nutzer des Vergabemarktplatzes sind, können so nach Abschluss ihrer Vergabeverfahren die statistische Meldung eigenständig durchführen. Die Berichtseinheit-ID wird allen Nutzern eines Mandanten korrekt zugeordnet und muss nicht mit jeder statistischen Meldung nochmals angegeben werden.